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Gestaltwandel ist eine Disziplin, die es erlaubt, die menschliche Erscheinung vollständig hinter sich zu lassen und gänzlich neue Formen anzunehmen, vom einfachen Verwandeln der Hände in tierische Klauen für den Kampf bis hin zum Verflüchtigen des Körpers in eine Nebelgestalt. Die Gabe gilt als Clansdisziplin des Clans Gangrel, welche die wahren Meister dieser Fähigkeit sind und die Disziplin auch durch Ihr Blut an Ihre Nachkommen weitergeben. Viele der Geschichten über gestaltwandelnde Vampire fußen in den Taten der Gangrel, die bei der Anwendung dieser Fähigkeit beobachtet wurden.

Allgemein Bearbeiten

Die Disziplin des Gestaltwandels befähigt einen Kainiten, von seiner regulären, menschlichen Erscheinung zu etwas Anderem zu werden. Dabei ist diese Fähigkeit von allen Disziplinen, die es ermöglichen, die Gestalt zu verändern, am vielfältigsten und nicht in eine bestimmte Richtung festgelegt. Während es Ausprägungen der Schattenspiele immer nur erlauben, eine Schattengestalt anzunehmen oder die Disziplin Serpentis dazu befähigt, verschiedene Aspekte einer Schlange anzunehmen, kann Gestaltwandel wesentlich mehr. Der Vampir kann sich vornehmlich in Tiere verwandeln, wie z.B. klassischerweise in Wölfe oder Fledermäuse, doch kann Er auch Nebelgestalten annehmen, eins mit der Erde oder anderen Elementen werden und noch wesentlich mehr. Nicht umsonst werden die Gangrel, welche diese Gabe als Clansdisziplin besitzen, als unangefochtene Meister der Gestalten bezeichnet.

Abergläubische Vampire glauben, dass diese Gabe eine Erweiterung des Fluches Kains ist und nicht ein Segen des verfluchten Blutes. Die menschliche Fassade, welche die Kainiten aufrecht erhalten verschwindet und entfesselt die Bestie, die sich in der Seele eines jeden Vampirs befindet. Langjährige Anwender der Disziplin, deren Beherrschung Ihnen in Fleisch und Blut übergegangen ist, werden häufig dabei erwischt, wie Ihr Körper allein durch aufkommende Emotionen wie z.B. Zorn oder Hass anfängt, die Gestalt zu verändern, ohne dass direkt Einfluss darauf genommen wird. Dies kann einen Vampir schnell in unangenehme Situationen bringen, da eine Veränderung der Gestalt in aller Öffentlichkeit rasch einen Bruch der Maskerade bedeuten kann.

Wandelt ein Vampir seine Gestalt, verwandeln sich kleine persönliche Gegenstände, Kleidung und ähnliches mit Ihm mit. Jedoch verändern sich keine Tiere oder Menschen mit, die mit dem Vampir in Berührung stehen. Auch hier glauben abergläubische Vampire, dass der Himmel auf seinesgleichen achtet und nicht zulässt, dass Sie Teil der Bestie werden. Ein verwandelter Vampir ist immer noch Herr seiner Selbst und kann auch weiterhin die meisten anderen übernatürlichen Gaben nutzen, sofern Er die Voraussetzungen dafür erfüllt. So könnte ein Kainit in Wolfsgestalt immer noch mit Tieren sprechen oder Auren lesen, kann aber in Nebelgestalt keine Beherrschung anwenden, da Er in dieser Form keinen Blickkontakt herstellen kann. Ein gepfählter Vampir kann sich ebenfalls nicht verwandeln, da die Seele durch diesen Vorgang vorübergehend im Körper festgesetzt wird, was eine Veränderung der Gestalt unmöglich macht.

Viele Kainiten halten Gestaltwandel für eine sehr nützliche Disziplin, sowohl im Kampf als auch zum Überleben in der freien Wildbahn, außerhalb der Sicherheit der Städte. Doch gerade gebildete und vornehmere Vampire sehen auf diese Praktik herab, da das Annehmen einer Tiergestalt unter Ihrer Würde ist. Insbesondere die Gangrel lachen über soviel Arroganz, während Sie es allein Ihrer Meisterschaft in dieser Disziplin verdanken, sich freier als die meisten Anderen bewegen zu können.

Grundstufen der Disziplin Bearbeiten

Die nachfolgenden Ausprägungen der Disziplin sind die Grundstufen, die ein Vampir meistert, wenn seine Fähigkeit im Umgang mit dieser Gabe größer wird.

Stufe I: Augen des Tiers Bearbeiten

Der Anwender kann seine Augen durch diese Kraft tierischer machen, was es Ihm ermöglicht, überlegene Sicht in dunklen Umgebungen zu erhalten. Er wird bei Nutzung dieser Kraft befähigt, selbst in den dunkelsten Umgebungen perfekt sehen zu können und Dinge detailliert wahrzunehmen. So spielen Umgebungen, die keine Lichtquelle besitzen, keine Rolle mehr für Ihn.

Bei Anwendung dieser Kraft beginnen die Augen des Vampirs unnatürlich rot zu glühen. Das Tier selbst scheint durch seine Augen durchzuscheinen, ein Anblick, der besonders bei Sterblichen schnell blankes Entsetzen hervorrufen kann. Nicht umsonst haben Sterbliche, besonders in alter Zeit, diese Augen bereits als den "Bösen Blick" bezeichnet. Zur Zeit der Alten Welt wurde diese Gabe "Zeuge der Dunkelheit" genannt.

Stufe II: Tierklauen Bearbeiten

Mit dieser Fähigkeit kann sich ein Vampir gefährliche, monströse Klauen wachsen lassen, die selbst bei anderen Unsterblichen schwere Wunden reißen können. Viele Kainiten behaupten, dass Tier selbst fahre in die Klauen des Vampirs und verleihe ihnen schreckliche Macht. Zwar dauert es einen Moment, bis die Verwandlung abgeschlossen ist, dann jedoch kann der Anwender die Tierklauen als schreckliche Waffe benutzen, die entsetzliche Wunden bei jedem Feind reißen können. Die Klauen können aus Händen oder Füßen wachsen, ganz nach Belieben des Charakters. Sie sind ebenfalls eine ausgezeichnete Kletterhilfe, da der Vampir sich mit den Klauen in nahezu jedem Material festkrallen kann.

Stufe III: Verschmelzung mit der Erde Bearbeiten

Der Vampir wird befähigt, seinen Körper Teil der Erde werden zu lassen und sich so seinen Feinden zu entziehen oder sogar Schutz vor dem Sonnenlicht zu finden. Indem Er vollständig in die Erde einsinkt, verändert der Vampir seine Gestalt und erreicht ein Zwischenstadium zwischen Fleisch und Erde. Sein Bewusstsein gerät dabei in einen Zustand kurz vor der Starre. So ist ein Teil seines Bewusstseins nach wie vor auf der materiellen Ebene, ein anderer Teil entschwindet auf die Astralebene. Diese Fähigkeit kommt einem Begräbnis gleich, doch ein eingegrabener Vampir kann Kraft und Stärke in der Erde finden, eine dringend benötigte Zuflucht, ehe Er sich mit neuer Kraft wieder daraus erhebt. Einzige Voraussetzung ist, dass der Kainit direkt auf der Erde steht, wenn Er diese Kraft anwendet. Er kann weder durch Asphalt noch durch Stein oder andere Materialien hindurchgleiten und sich auch nicht darin bewegen.

Ein Kainit, der eins mit der Erde wird, kann für eine beliebige Zeit in diesem Zustand verbleiben. Jegliche übernatürlichen Versuche Ihn aufzuspüren sind erheblich erschwert, doch kann der Vampir immer noch gefunden werden. Wird die Erde umgegraben, in der ein Vampir ruht, hört die Kraft sofort auf zu wirken. Der Vampir nimmt seine reguläre Gestalt wieder an und in einer Fontäne aus Erde erhebt Er sich wieder aus dem Boden. Wird ein Vampir auf diese Art und Weise höchst unsanft geweckt, kann Er kurzzeitig desorientiert werden, was eventuellen Feinden einen Vorteil verschafft.

Es gibt Berichte über Kainiten, die ganze Jahrhunderte im Schoß der Erde verbracht haben und dort in Starre lagen. Da weder Sonne, noch die Elemente oder Feinde Ihnen etwas anhaben können, ziehen manche Vampire die Umarmung der Erde jeder selbst gebauten Zuflucht vor. Abergläubische Vampire flüstern, dass sich in der Erde Tausende von Ahnen befinden, die sich am Tag von Gehenna erheben werden, um Rache an Ihren Nachkommen zu nehmen. Zur Zeit der Alten Welt wurde diese Ausprägung "Begraben in der Erde" genannt.

Stufe IV: Tiergestalt Bearbeiten